Waffen schicken oder verhandeln: Wie weiter in Russlands Krieg?

Shownotes

Sie liegt nicht immer klar auf Parteilinie, doch in diesem Fall schon: Gerade weil sie die Lage der Ukraine-Flüchtlinge in ihrer Heimatstadt Görlitz aus eigenem Erleben kennt, ist Franziska Schubert "der Überzeugung, dass die Lieferung von Waffen richtig ist". Das sagt die Chefin der Fraktion der Grünen im Sächsischen Landtag im Podcast "Debatte in Sachsen" auf Sächsische.de. "Die Ukraine hat ein Recht, sich selbst zu verteidigen. Frieden entsteht nicht durch Zurückhaltung", ergänzt die 40-Jährige.

Schuberts Streitgesprächspartner ist da anderer Meinung. "Wie viele Tote, wie viele zehn- oder hunderttausend tote Zivilisten, Mütter, Frauen, Kinder, Soldaten soll es denn noch geben?", fragt Kabarettist Wolfgang Schaller, ehemaliger Leiter der Dresdner Herkuleskeule. "Verhandeln ist für mich die einzige Lösung", sagt der 82-Jährige, der seit Jahrzehnten Kolumnen für die Sächsische Zeitung verfasst.

Natürlich sei auch für sie Frieden das Hauptziel, stellt Franziska Schubert klar. Aber um welchen Preis? ",Frieden' kann ja nicht heißen, dass die Ukraine kapituliert, Teile ihres Gebietes abgibt und sich besetzen lässt", erklärt die Politikerin. "Es darf keine russischen Besatzungszonen mehr in Europa geben."

Dass Putins Reich keine Demokratie mehr ist und der Präsident selbst ein Diktator, daran hegt auch Wolfgang Schaller keinen Zweifel. Warum es im Osten Deutschlands trotzdem mehr Verständnis oder Sympathie für Russland und russische Position gibt als im Westen, versucht der erklärte Pazifist, mit dem Blick auf die Jahre nach 1990 zu verstehen: "Sich als Verlierer der Geschichte zu fühlen, ich glaube, das verbindet viele Ostdeutsche mit den Russen."

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